Berichte und Rundschreiben

 Februar 2009  

Liebe Freunde und Mithelfer unseres Vereins „Kinder der Hoffnung“ Das vergangene Jahr war eine Zeit der Entscheidungen und Neuorientierung. Es stellte sich heraus, dass wir mit dem Leiter des Waisenhauses in dieser Art nicht mehr zusammenarbeiten konnten, da er mehrmals unser Vertrauen missbrauchte. Doch wie können wir den Kindern weiterhelfen ? Ich führte Gespräche mit der Deutschen Botschaft und anderen Waisenhäusern, welche auch von Deutschen geleitet werden. Sie rieten mir alle das gleiche. Wir sollten ein Land kaufen und uns als Verein in Kenia registrieren lassen und dann selbst ein Haus bauen. Nur so bestehe eine Möglichkeit, den Kindern auch weiterhin zu helfen.  Nur so können die Kinder später in „unser Haus“ umziehen.
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 Im Juli 2008, als ich wieder in Kenia war, lernte ich einen Herrn Stefan kennen, der schon über 25 Jahre in Kenia lebt. Er ist der Onkel von unserer neuen   Mitarbeiterin   Frau Dr. Karin Freudenberg, welche unseren Verein mit unterstützt. Sie ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren und wird ab März 2009 für  ein halbes Jahr in Kenia sein, um Vorort zu helfen. Sie hat ein Arbeitsvisum beantragt, um mit der Regierung in Kenia keine Probleme zu bekommen, wenn sie in Kenia als Ärztin tätig wird.

Herr Stephan schaute sich nach einem geeigneten Land um, was unseren Vorstellungen entsprach. Bevor ich in November 2008 nach Kenia flog, wurde bei einer Mitgliederversammlung abgestimmt, ob ich das Land kaufen darf, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Es wurde mit „ja“ gestimmt.   In Kenia angekommen wusste ich, dass die Zeit diesmal bestimmt sehr spannend werden würde. Ich beschloss, in dieser Zeit im Hotel zu wohnen, um noch andere Kontakte zu Hotelgästen zu knüpfen. Karin Freudenberg wohnte gleich im Nachbarhotel. Sie war auch in dieser Zeit in Kenia. Es war für mich sehr schön, dass ich mich diesmal bei allen Entscheidungen mit einer Person beraten konnte. Wir besuchten gemeinsam Ausbildungsstellen, bei denen wir uns informierten, welche Voraussetzungen die Kinder mitbringen müssen um dort eine Stelle zu bekommen und was ein Ausbildungsplatz kostet. Wir informierten uns auch, welche Chancen es für die Kinder nach der Ausbildung gibt und ob überhaupt die Chance auf einen Arbeitsplatz besteht. In der Krankenpflegeschule meldeten wir 2 Mädchen für September 2009 an.  
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Wir trafen uns mit Karins Onkel und er erzählte uns, dass er bei der Landsuche fündig geworden wäre. Gemeinsam schauten wir uns das Land an, welches wir kaufen wollten. Es ist 0,7 Hektar groß und ein sehr fruchtbares Land. Gleich nebenan ist eine Grundschule gebaut, von der wir auch den Strom beziehen können. Ein Brunnen muss allerdings gegraben werden. Das Dorf mit recht guten Einkaufsmöglichkeiten liegt 10 Minuten zu Fuß entfernt. Auch zur Hauptstraße ist es nicht weit und die Zufahrtsstraße sind auch bei Regen gut befahrbar. Die Voraus- setzungen und der Preis stimmten. So ging es los mit den ganzen Behördengängen. Wir sind jetzt als Verein auch in Kenia registriert und haben eine Registriernummer, die für alle weiteren Schritte sehr wichtig ist, damit uns das Land nicht wieder streitig gemacht werden kann. Eines habe ich wieder gelernt, nur wenn man mit einem Einheimischen kommt, hat man Chancen ohne Extragelder die benötigten Papiere zu einer relativ kurzen Zeit (1Woche mit mehrmaligen Besuchen) zu bekommen. Die Kinder wissen von all den Plänen noch nichts.

Es wäre nicht gut, denn sonst kann der Pastor (jetziger Leiter des Heimes) mir Steine in den Weg legen und versuchen den Bau zu stoppen. Er hat überall hin gute Verbindungen, die nur durch Bestechungsgeldern aufrecht erhalten werden. Er hat begriffen, dass er so kein Geld mehr bekommt um dies für sich abzuzweigen. Ich muss sehr vorsichtig sein, wem ich vertrauen kann. Doch mit der Zeit lernt man sehr vorsichtig zu sein.  

bericht2009 02 4Wir haben auch schon einen Bauplan, wie das Haus einmal später aussehen kann. Nun brauchen wir nur noch das benötigte Geld, um mit dem Bau beginnen zu können. Es ist Eure Mithilfe gefragt. Vielleicht habt Ihr Ideen, wo man ohne viel Aufwand zu Geld kommen kann. Wir sind für alle Vorschläge und jede Mithilfe sehr offen. Erst wenn wir ca. 30 000,- € zusammen haben, lohnt es sich mit dem Bau zu beginnen. Denn der Bau muss die ganze Zeit auch bewacht werden, damit nicht das Material „Beine bekommt“. Einen Wachmann haben wir, der dann mit seiner Familie aufs Gelände ziehen wird. Er hat auch 2 Hunde, die das Gelände dann mit bewachen werden. Er ist zurzeit Wachmann im Hotel und würde dann zu uns kommen. Wenn wir ihn einstellen, so muss er dann auch Lohn bekommen, deshalb sollte dann der Bau zügig voran gehen. Ich möchte noch ein paar Zeilen in eigener Sache anfügen. Als ich im Juli 2008 in Kenia war, ist meine Mutter schwer erkrankt. Sie musste sich einer schweren Operation unterziehen und lag anschließend 6 Wochen auf Intensivstation. Ich pendelte zwischen Calw und Chemnitz viel hin und her, weil die Lage sehr kritisch war. Zwischendurch arbeitete ich in meinen Job. Im August 2008 nahm ich sie dann mit zu mir und pflegte sie, zusammen mit einer Freundin rund um die Uhr. Mein Job lief nebenher. In der Zwischenzeit ist meine Mutter im November 2008 verstorben. Ich musste feststellen, dass all meine Kräfte aufgebraucht waren. Es tut mir sehr leid, dass in dieser Zeit viele wichtige Kontakte nicht im gewünschten Maße aufrecht erhalten werden konnten. Ich bitte um Euer Verständnis. Umso mehr hoffe ich, dass wir in der Bauphase zusammen überlegen, wie wir auch in Zukunft den Kindern weiter helfen können. 

Es grüßt in Namen der Kinder ganz herzlich  

Brigitte Stiegler
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