Berichte und Rundschreiben

 Februar 2012

Liebe Mitglieder und Freunde,

vom 19. bis 25. Februar 2012 waren Ilse Ohngemach, Laura und Norbert Ziegler in Ukunda/ Kenia und berichten gerne.

Am 24.02.2012 war es endlich soweit. Nach zweijähriger Bauzeit mit mancherlei Schwierigkeiten konnten wir das Brigitte-Stiegler-Heim in Ukunda/Kenia einweihen. Dies war ein ganz besonderer Augenblick, den wir bestimmt nicht mehr vergessen werden.

Laura Ziegler sprach ein Gebet und Norbert Ziegler überreichte Steve (Herr Stephan, er hat das Haus gebaut) einen Brief und ein Geschenk, das uns Bürgermeister Dr. Clemens Götz im Namen der Gemeinde Althengstett mitgegeben hatte. Selbstverständlich waren unsere Gedanken in diesem Moment ganz besonders bei unserer Brigitte, und die große Freude über die Einweihung wurde nur getrübt von der Trauer darüber, dass sie diesen Tag nicht mehr miterleben konnte.

Haida (sie wird die Leitung des Waisenhauses übernehmen) hatte für eine besondere Überraschung gesorgt. Sie hat die Kinder, die bei uns wohnen werden, schon ausgesucht. Es sind 9 Kinder, die 6-7 Jahre alt, und 11 Kinder, die 3-4 Jahre alt sind. Einen Teil der Kinder hatte sie mit ihren derzeitigen Betreuerinnen mitgebracht. Ich weiß gar nicht, wie sie das organisiert hat. Die Kinder saßen und spielten an Brigittes Grab. Das war ein wunderschönes Bild. Auch im Tod ist Brigitte noch inmitten der Kinder, das hat mich tief berührt.

Auch Steve hatte eine große Überraschung für uns vorbereitet. Wir hatten uns erst am Tag zuvor auf den Namen geeinigt, unter dem das Haus in Kenia registriert werden soll. Der offizielle Name lautet: NEW CHILDREN HOPE IN KENIA (Neue Hoffnung für Kinder in Kenia) Als wir an Das Tor kamen, stand dieser Name schon in großen bunten Buchstaben da. Auch da ist es mir ein Rätsel, wann Steve das gemacht hat. Wir haben uns jedenfalls riesig gefreut.

Das Haus ist nun zu 95% fertig und ist sehr schön geworden. Die Säulen und die Zinnen wurden ockergelb angemalt, und über den Eingang kommt in Holz geschnitzt und in bunten Farben ein Schild, auf dem Brigitte-Stiegler-Heim steht. Sobald die Regenzeit beginnt, will Steve Elefantengras säen, damit alles schön grün wird.

Das Haus wurde teurer als geplant, und es gab viele Verzögerungen bei der Fertigstellung - aber wir haben es geschafft – vor allem dank Rudolf Stephan!!! Und Eurer Mithilfe. Danke!!!

Momentan gibt es noch große Probleme mit dem örtlichen Stromversorger. Da die Leute dort wissen, dass wir das Haus möglichst schnell in Betrieb nehmen wollen, verlangen sie Preise, die wir nicht bezahlen können und wollen. Nun wird Haida versuchen, über die Regierung Einfluss zu nehmen, damit diese wiederum Druck auf den Energieversorger ausübt, um einen fairen Preis für uns zu erreichen. Das alles braucht Zeit, Kraft, Nerven und Geduld. Ohne Strom können wir die Wasserpumpe nicht betreiben, ohne Wasser erhalten wir keine Betriebserlaubnis usw…. Und dies ist nur ein Problem von vielen, die wir Europäer uns gar nicht vorstellen können. Ich denke, wir können nur froh und dankbar sein, dass wir Steve dort haben. Nur dank seiner Erfahrung und seiner Gabe, sich ständig auf neue Situationen einzustellen und für alle auftretenden Probleme eine Lösung zu finden, war es möglich, das Waisenhaus so zu bauen.

Eine weitere Herausforderung ist die Kostenexplosion, die im letzten Jahr in Kenia stattfand. So stieg zum Beispiel der Brotpreis von 20 auf 40 Schilling, Milch kostet jetzt 35 Schilling, vorher 15, und Benzin kostet 108 Schilling/Liter. Die Menschen sind in großer Not und viele wissen gar nicht mehr, wovon sie leben sollen. Deshalb fordern sie auch mehr Lohn, und so dreht sich die Spirale immer weiter.

Haida versucht im Moment, geeignetes Personal zu gewinnen und vertretbare Löhne auszuhandeln.

Kurz vor unserer Abreise hatten wir noch die Gelegenheit, das Hospital in Ukunda zu besichtigen, in dem unsere Kinder bei Krankheit versorgt werden. Diese Krankenstation wird von einer italienischen Organisation finanziert. Das Team besteht aus einer Ärztin (Sr. Anna), zwei Krankenschwestern und einer Medizinisch-Technischen Angestellten. Es ist alles sehr einfach, aber auch sehr sauber und ordentlich eingerichtet. Wir hatten einen guten Eindruck. Die Schwestern sind sehr dankbar für jede Unterstützung in Form von Medikamenten oder Verbandsmaterial usw. Wir wollen versuchen, auch sie ein wenig zu unterstützen.

Neben der Krankenstation befindet sich ein Kinderheim, das von einer reichen Italienerin finanziert wird. Auch dieses durften wir besichtigen und waren sehr beeindruckt. Das Beste daran ist aber, dass Steve sich mit dem Heimleiter gut versteht und dieser bereit ist, uns zu unterstützen. So bekamen wir viele wertvolle Informationen für die Organisation unserer Einrichtung, und sie können uns evtl. sogar mit Personal aushelfen.

So konnten wir doch Einiges erreichen in dieser Zeit. Wir hoffen, dass der Bau nun bald ganz fertig werden kann und die Kinder einziehen und ihn mit Leben füllen werden.

Vielen Dank für Eure bisherige Mithilfe und Unterstützung.

Wir wünschen uns, dass unsere Kinder sich wohlfühlen im neuen Haus und neue Hoffnung für ihr Leben schöpfen. Bitte helft uns auch weiterhin dabei. Es grüßen Euch ganz herzlich

Ilse Ohngemach,

Laura und Norbert Ziegler

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