Althengstett
Keine Hoffnung auf Fortbestehen

Von Jeanette Tröger 23.11.2018 - 18:06 Uhr

 Keine Hoffnung Bild   ' .          45.            .     7.             Advertorial

Das Waisenhaus des Vereins "Kinder der Hoffnung" in Kenia.
Foto: Tröger
Foto: Schwarzwälder Bote

Bei der Jahreshauptversammlung des Althengstetter Vereins "Kinder der Hoffnung" für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wurde die Auflösung des Vereins beschlossen.

Althengstett. "Kinder der Hoffnung" wurde im Oktober 2006 aus der Taufe gehoben. Initiatorin, treibende Kraft und Seele des Vereins war die Krankenschwester Brigitte Stiegler. Sie wollte Waisenkindern in Kenia helfen, verstarb jedoch unerwartet 2010.

Stimmen gegen die Entlastung des Vorstands

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Beratung und Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins. Zuvor gab die Kassiererin Kristina Zeks einen Überblick über die Finanzen der vergangenen Jahre und den aktuellen Kassenstand zum 19. November. Die Kassenprüfer bescheinigten ihr eine einwandfreie Kassenführung und empfahlen die Entlastung des Vorstands. Gerhard Watta hatte schriftlich beantragt, den Vorstand nicht zu entlasten, da für die Jahre 2016 und 2017 nicht wie in der Satzung gefordert jeweils eine Hauptversammlung abgehalten und die Mitglieder informiert worden sind. Nach kurzer Diskussion lehnte die Versammlung den Antrag ab und entlastete mehrheitlich den Vorstand.  

Vorsitzender Waidner legte in seinem Bericht die Entwicklung des Projekts seit der jüngsten Versammlung und den aktuellen Stand dar. Bis dato konnte kein Verwalter für das Waisenhaus gefunden werden. Drei Interessenten hatten nach Prüfung jeweils wieder Abstand genommen. Katholische Schwestern des Ordens "Sister of St. Joseph", die in Mombasa bereits ein Waisenhaus betreiben, haben nun ihr Interesse bekundet, das seit Jahren fertiggestellte Heim in Ukunda zu verwalten. Allerdings habe der Verein noch erhebliche Mittel aufzuwenden für die Renovierung des leer stehenden Gebäudes und die wiederholte Instandsetzung der Zufahrtswege. Anders als bisher geglaubt seien auch die Eigentumsverhältnisse am Grundstück nicht geklärt und müssten mit anwaltlicher Hilfe und entsprechenden Kosten rechtssicher gestaltet werden. Geht man von 16 zu betreuenden Mädchen aus, so kämen weitere monatliche Kosten von rund 2000 Euro auf den Verein zu. Hierfür müsste der Verein Paten gewinnen, bei 120 Euro Kosten pro Kind und Monat wären das für jedes Kind sechs Paten á 20 Euro.

Ausschuss und Vorstand kamen zu dem Schluss, dass diese finanziellen Anforderungen auf Dauer nicht zu leisten sind.

Stieglers Werk wird indirekt fortgeführt

Nach langer, ausführlicher Diskussion kamen die anwesenden Mitglieder zum gleichen Ergebnis und beschlossen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung die Auflösung des Vereins. Sie bestellten Dietmar Waidner, Kristina Zeks und Norbert Ziegler zu Liquidatoren und beauftragten diese mit der Abwicklung. Sie haben jetzt ein Jahr Zeit, sich um die Klärung der Eigentumsverhältnisse am Grundstück zu kümmern, das dann verwertet werden soll. Das nach der Liquidation vorhandene Vereinsvermögen soll einer Organisation zugutekommen, die Bedürftigen im Sinne von Brigitte Stieber Hilfe zur Selbsthilfe leistet und damit deren Werk fortführt.

 

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