Althengstett
Auflösung steht zur Diskusion

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        Brigitte Stiegler, die 2010 unerwartet verstarb, war die Initiatorin und Seele des Vereins "Kinder der Hoffnung".
        Fotos: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Mit ihrem Waisenhausprojekt in Kenia waren die Mitglieder von "Kinder der Hoffnung" eigentlich längst auf der Zielgeraden. Nächste Woche steht jedoch die etwaige Auflösung des Vereins auf der Tagesordnung der Hauptversammlung.

Althengstett. "Kinder der Hoffnung" wurde im Oktober 2006 aus der Taufe gehoben. Initiatorin, treibende Kraft und Seele des Vereins war die Krankenschwester Brigitte Stiegler. Sie hatte die Idee, Waisenkindern in Kenia zu helfen. Jungen und Mädchen, deren Eltern an den Folgen von Aids oder aus anderen Gründen gestorben sind, neue Hoffnung zu geben, war das Hauptziel. Ihnen eine Zukunft zu geben, damit sie später im Leben auf eigenen Beinen stehen können und eine Chance haben.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ursprünglich entstand im Jahr 2001 ein Waisenhaus in Likoni, einem Vorort von Mombasa. Zeitweilig lebten dort nach Angaben des Vereins bis zu 43 Kinder im Alter von zwei bis 17 Jahren. Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ist eines der Anliegen. "Dies beinhaltet, dass wir den Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen wollen, damit sie später einen Beruf erlernen und ihr eigenes Leben aufbauen können. Auch unterstützen wir früh die Eigenverantwortung. So bald wie möglich erhält jedes Kind in der Gruppe eine klar zugeteilte Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft des Heims", beschreibt der Verein seine Tätigkeit. Projekte wie der Unterhalt eines eigenen Gemüsegartens und die dazugehörige Wasserversorgung hätten in der Verantwortung der Heimleitung und der Kinder gelegen. Auch eine gute hygienische und gesundheitliche Betreuung seien wichtige Aspekte. Die Jungen und Mädchen sollten angeleitet werden, verantwortungsvoll mit den vom Verein gesammelten Spenden umzugehen.

Anleitung zur Selbsthilfe gab Stiegler, die regelmäßig vor Ort war, beispielsweise, indem sie die Kinder und Jugendlichen anleitete, kleine Kunstgegenstände aus Holz wie Brieföffner zu fertigen oder Schuhe mit bunten Perlen zu verzieren. Die Vereinsgründerin brachte die Artikel mit zurück, die dann bei Festen und Veranstaltungen in Althengstett zugunsten des Vereins verkauft wurden.

"Durch stetige Veränderungen und Anpassungen im politischen sowie im sozialen Umfeld wurde es notwendig, neue Weichen zum Wohle der Kinder zu stellen. In der Jahresmitte 2008 übergaben wir die Verantwortung für das Waisenhaus in Likoni an eine italienische Hilfsorganisation", heißt es in der Vereinschronik. Seither habe man sich gezielt dem neuen Projekt in Ukunda zuwenden können. Auch nachdem Stiegler im September 2010 unerwartet verstorben war, ließen sich die Vereinsmitglieder nicht entmutigen und machten im Sinne der Initiatorin weiter.

96 Paten notwendig

Die Einrichtung in Ukunda ist zwar längst offiziell eingeweiht, aber nicht in Betrieb genommen worden. Durch zahllose bürokratische Hürden und sonstige Verzögerungen machte der Verein immer wieder einen Schritt vor und zwei zurück. "Die katholischen Ordensschwestern der ›Sisters of St. Joseph‹ haben bereits ein Waisenhaus bei Mombasa und würden unseres mit übernehmen", berichtet Vereinsvorsitzender Dietmar Waidner aus Althengstett von Gesprächen mit diesen. Zum Neustart müssten bei dieser Lösung allerdings rund 35 000 Euro investiert werden, unter anderem für ein neues Fahrzeug für die Ordensschwestern, damit diese das Haus in Ukunda gut erreichen können, berichtet Waidner.

Zudem seien für die maximal 16 Kinder, die in der Einrichtung unterkommen könnten, pro Monat 1920 Euro, auf das Jahr gerechnet 23 000 Euro, für Verpflegung, Schulbesuch und Weiteres über Paten aufzubringen. "Wir hatten an eine monatliche Unterstützung von 20 Euro gedacht, für die wir dann 96 Paten bräuchten", so der Vorsitzende weiter. Die müsse man erst einmal haben.

Über den Stand der Dinge berichtet Waidner am Mittwoch, 21. November, ab 19.30 Uhr in der Hauptversammlung in der Gaststätte "Zum Trollinger". Auf der Tagesordnung stehen der Bericht über die Finanzlage des Vereins sowie die Beratung und Beschlussfassung über die Auflösung, Neuwahlen, etwaige Anträge der Mitglieder sowie Verschiedenes.

 

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